Unsere Schule

Schule der Zukunft

Im Frühjahr 2016 ist in Nordrhein-Westfalen eine neue Projektphase der Kampagne „Schule der Zukunft – Bildung für Nachhaltigkeit“, die vom Umweltministerium und vom Schulministerium des Landes Nordrhein-Westfalen gemeinsam getragen wird, gestartet. Diese Kampagne ist ein gemeinsames Angebot der für Schulen und Umwelt zuständigen Ministerien in Nordrhein-Westfalen im Rahmen der Landesstrategie „Bildung für nachhaltige Entwicklung – Zukunft Lernen NRW (2016-2020).  Seit 2017 ist auch die August-Hermann-Francke-Schule Mitglied bei der Kampagne.

„Schule der Zukunft“ ist eine Kampagne, die seit 2003 in Nordrhein-Westfalen Schulen, Kindertagesstätten und Netzwerke begleitet und Möglichkeiten aufzeigt, wie junge Menschen in ihrer Schule oder Kita eine lebenswerte Zukunft mitgestalten können.
Durch die Teilnahme an der Kampagne soll insofern die Initiative der Schulen, BNE im Unterricht und Schulalltag umzusetzen, unterstützt und mit öffentlichkeitswirksamen Auszeichnungsfeiern gewürdigt werden. Somit können Schulen in Gemeinschaft mit anderen Schulen bzw. Kitas sowie an der Kampagne beteiligten Einrichtungen ihren Schülerinnen und Schülern Kompetenzen vermitteln, die für eine zukunftsfähige Gestaltung ihres Lebens erforderlich sind. Zu lernen, Entscheidungen im Spannungsfeld von ökologischen, sozialen und ökonomischen Perspektiven treffen zu können und systemische und globale Zusammenhänge zu erkennen, steht dabei im Mittelpunkt. Im neuen Kampagnenzeitraum 2016–2020 sollen aktuelle Zukunftsfragen wie der Klimaschutz, die Energiewende, ein nachhaltiger Konsum und die internationale Zusammenarbeit mit den Ländern des Südens im Unterricht und im Schulalltag thematisiert werden.

Die Kampagne bietet die Möglichkeit, für Inhalte der BNE, Bildung für nachhaltige Entwicklung, zu sensibilisieren, Gestaltungskompetenz der Schülerinnen und Schüler zu fördern, Kooperation und Vernetzung zwischen den Partnerinnen und Partnern zu unterstützen und die Beteiligten für ihre Projekte zur BNE auszuzeichnen.

www.schule-der-zukunft.nrw.de

 

Bildung für Nachhaltige Entwicklung

BNE stärkt – auf der Grundlage von Demokratie und Menschenrechten – die Entwicklung von Problembewusstsein und systemischem Denken. BNE verfolgt so den Anspruch, Menschen in die Lage zu versetzen, bei heutigen und zukünftigen Entscheidungen abzuschätzen, wie sich diese auf künftige Generationen sowie auf das Leben in NRW und in anderen Regionen der Welt auswirken können. Fähigkeiten, mögliche Lösungswege zu erarbeiten, werden ebenso gestärkt wie Fähigkeiten des politischen und alltagspraktischen Handelns. Dies bildet eine notwendige Voraussetzung, um die gesellschaftliche Transformation hin zu einer nachhaltigen Entwicklung partizipativ gestalten zu können. Dabei sollen Bildungsprozesse so ausgerichtet werden, dass die Lernenden in ihrer Lebenswelt Handlungsoptionen erproben können – in ihren jeweiligen Rollen im sozialen Umfeld, in Schule

und Weiterbildung, am Arbeitsplatz sowie als politische Bürgerinnen und Bürger im Sinne einer „Global Citizenship“, die auch im Weltaktionsprogramm hervorgehoben wird.

BNE möchte zum „Gestaltungshandeln“ befähigen. Unter Gestaltungskompetenz wird im Sinne der UNESCO die Fähigkeit verstanden, sich Wissen über nachhaltige Entwicklung anzueignen und es anzuwenden und Probleme nicht nachhaltiger Entwicklung sowie die eigenen Gestaltungsmöglichkeiten erkennen zu können. Verbreitete Definitionen von Gestaltungskompetenz bezeichnen diese als die Summe von interdisziplinärem Herangehen, vorausschauendem und vernetztem Denken, der Fähigkeit zu Partizipation, Engagement und Solidarität, der Kompetenz zur interkulturellen wie interreligiösen Verständigung und Kooperation, der Fähigkeit, sich und andere motivieren zu können und der Kompetenz zur Reflexion über individuelle wie kulturelle Leitbilder.

Parallel zum Konzept der Gestaltungskompetenz hat das Leitbild einer nachhaltigen Entwicklung Einzug in viele pädagogische Handlungsfelder und wissenschaftliche Disziplinen gehalten. BNE ist immer auch politische Bildung. In der Traditionslinie der entwicklungspolitischen Bildungsarbeit steht heute das Globale Lernen mit dem Fokus auf globalen sozio-ökonomischen und ökologischen Zusammenhängen und intragenerationeller Gerechtigkeit. In der Weiterentwicklung der Umweltbildung untersucht das ökologische Lernen die Beziehung zwischen Mensch und Natur

und vermittelt Kenntnisse über ökologische Zusammenhänge und Fähigkeiten, diese umzusetzen.

Ökonomische Bildung zielt darauf, transparent zu machen, wie vielfältig Menschen in wirtschaftliches Handeln eingebunden sind und darauf, die Verflechtungen zu reflektieren. In diesem Kontext vermittelt die Verbraucherbildung Wissen über die Folgen des eigenen Handelns, beispielsweise beim Konsum, und hilft, diese Auswirkungen in Bezug auf Nachhaltigkeit zu durchdenken. Genauso tragen die kulturelle und interkulturelle Bildung, die Friedensbildung, die Gesundheits- und Medienbildung sowie der Sport wichtige Aspekte in die Weiterentwicklung des Bildungskonzeptes BNE hinein.

BNE und schulische Bildung – inhaltliche Grundlagen

Bildung für nachhaltige Entwicklung hat ihren Platz in der Schule nicht als zusätzlicher Inhalt oder gar als zusätzliches Fach, sondern als übergreifendes Bildungsziel, woraus sich ein leitendes Prinzip zur Schul- und Unterrichtsentwicklung ableiten lässt. Sie ist für die Zukunft unserer Gesellschaft genauso wichtig wie die Bedeutung der grundlegenden Kompetenzen in Deutsch, Mathematik und Fremdsprachen.

In der Schule geht es nicht um unabänderliche und letzte Wahrheiten. Es geht vielmehr darum, dass die Schülerinnen und Schüler den Umgang mit Vorläufigkeiten, Wahrscheinlichkeiten, Komplexitäten und unterschiedlichen Ansichten einüben und die Zuversicht gewinnen, die sie brauchen, um unsere Welt auf dem Weg zu einer nachhaltigen Entwicklung mitzugestalten. Deshalb orientiert sich auch die Schule an den Grundlagen der von der wissenschaftlichen pädagogischen Forschung entwickelten Gestaltungskompetenz.

Informationsbroschüre